Und “das Ende der Glaubwürdigkeit der gegenwärtigen Klimaforschung« (Dirk Maxeiner) ist nah. Das scheint zumindest das Ziel der Hacker kurz vor den Klimaverhandlungen in Kopenhagen gewesen zu sein. Tatsächlich zeigen die Mails – die nie über ihre Adressaten hinaus gelangen sollten – dass es in der Community der Klimawissenschaftler auch äußerst emotional und in vielen Sachfragen im Detail kontrovers zugeht. Das ist nun aber das Gegenteil dessen, was Verschwörungstheoretiker erwartet haben: Denn wo gestritten und geschimpft, gerungen und gekämpft wird, gibt es keine geschlossene Front, die die Öffentlichkeit manipuliert. »Viel Lärm um nichts« sei darum das ganze Getöse , schreibt US-Klimaexpertin Judith Curry. Curry fordert von ihren Wissenschaftskollegen lediglich mehr Gelassenheit, Transparenz und weniger Lagerdenken. Obwohl die Veröffentlichung der geraubten Files ein krasser Verstoß gegen das Briefgeheimnis ist, zeigt nicht nur Maxeiner, wo man die vordergründig heiklen Passagen im Internet findet. Seiten wie www.realclimate. org haben inzwischen damit begonnen, die Einzelvorwürfe aufzuarbeiten. Damit könnte das vermeintliche »Climategate« am Ende zum Bumerang für die Klimaskeptiker werden: Wenn auch interne Mails aus mehr als einem Dutzend Jahren das große Klimakomplott nicht beweisen können, wird die Verschwörungstheorie das, was sie schon immer war: Ein Fall für den Sektenbeauftragten.
Kommentar eines von den Lästereien betroffenen Klimawissenschaftler aus Hamburg
Judith Curry auf www.climateaudit.org
Der Skandal bei Spiegel Online
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