www.zeozwei.de - Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft 6. September 2010

Neues Netz für Erneuerbare

von Tim Bartels

Zu viel Leistung, zu wenig Netz. So sieht es derzeit auf Deutschlands Stromautobahnen aus. Die alten Elektrizitätsleitungen taugen nicht für den zunehmenden Ökostromtransport vom windigen Norden des Landes zu den Verbrauchern nach Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Neue Kabel müssen also her, solche, die über große Entfernungen nur wenig Energie verlieren. Neue Hochspannungs-Gleichstromleitungen kann man nur über Land bauen, was regelmäßig Proteste von Anwohnern auslöst. Nun gibt es aus der Universität Duisburg-Essen einen neuen Vorschlag: Wechselstromleitungen mit einer Frequenz von nur noch 16,7, statt der bisher genutzten 50 Hertz. Solcherart getaktete Hochspannungskabel haben weniger Leitungsverlust und lassen sich auch unterirdisch verlegen, berichtete der Duisburger Wissenschaftler Holger Brakelmann auf dem DUH-Kongress des Forums Netzintegration Erneuerbare Energien. Das 16,7-Hertz-Overlaynetz sei eine „durchaus realistische Alternative für ganz Europa“, heißt es auch in einer Expertise des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU). Für eine hundertprozentige Versorgung Deutschlands mit Erneuerbaren Energien bis 2050 sei die Erneuerung des Elektronentransportsystems unvermeidlich. Die Umweltweisen empfehlen der Bundesregierung, bei der Ausbauplanung aktiv zu werden. Doch die lotet vorrangig die Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke aus.

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