Wir gehen offshore« flimmert es über die Internetseite des ersten deutschen Windenergie-Projektes »Alpha Ventus« in der Nordsee. Und tatsächlich: Was lange eine rein virtuelle Veranstaltung war, bekommt Konturen: 45 Kilometer nordwestlich von Borkum stehen die ersten sechs Eisen-Dreibeine – 45 Meter hoch, 700 Tonnen schwer – im Wasser und noch in diesem Jahr sollen sechs Windturbinen der Bremerhavener Firma Multibrid (Tochter des französischen Atomkonzerns Areva) montiert werden.
Auch die Arbeiten für die nächsten sechs Fundamente haben begonnen – sie werden Anlagen der Firma Repower tragen. Insgesamt will die Bundesregierung bis 2030 etwa 25.000 Megawatt Windkraft auf See installiert sehen.
Wenn alles läuft wie geplant, wird Alpha Ventus nach mehr als einem Dutzend Jahren Vorplanung zum Ende des Jahres endlich umweltfreundlichen Strom für 50.000 Haushalte liefern. Dazu musste die Bundesregierung die Bedingungen bei Bau und Betrieb dieser Großkraftwerke auf hoher See deutlich verbessern. Die Kosten für
den Stromanschluß – die Steckdose auf dem Meer – tragen die Stromkunden genauso wie die Vergütung des Stroms, der mit 15 Cent je Kilowattstunden (kWh) etwa doppelt so hoch ist wie für Windräder an Land. Geld
schießt eben doch Tore, würde man im Fußball sagen. Renditeerwartungen von mehr als 15 Prozent haben jetzt auch in deutschen Gewässern den Invesitionsschub ausgelöst, den die Branche bisher vor allem aus Großbritannien kannte.
Dort sind Windparks mit über 1.000 Megawatt Leistung im Bau oder Betrieb. In Deutschland werden sich in
verschiedenen Windkraftprojekten in Nordund Ostsee bis Ende des Jahres Windräder mit gut 150 MW Leistung drehen.

