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www.zeozwei.de - Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft 23. February 2012

Wunderakku von DBM macht weiter Wirbel

von Marcus Franken

Mirko Hannemann kann schon mal leise jubeln. Der Berliner Jungunternehmer und Erfinder eines Akkus mit fast wunderbaren Eigenschaften bekommt nach Monaten medialen Bashings jetzt massiven Rückenwind aus Wissenschaft und Technik. Die Autoexperten von der Dekra stellten im Auftrag des Wirtschaftsministeriums fest, dass ein umgebauter Audi A2 mit der geheimnisvollen Kolibri-Batterie an Bord präzise 454,82 Kilometer auf dem Rollenprüfstand zurückgelegt hat. Hätte das Auto statt einer Batterie mit 63 Ampèrestunden die noch bessere 99er an Bord gehabt, wäre es im Stadt-Land-Zyklus sogar 721 Kilometer weit gekommen. »Gute Ergebnisse«, sagen die Prüfer

und bestätigen entsprechende Angaben der Wirtschaftswoche.

Die Genugtuung ist Hannemann, 28 Jahre jung, anzumerken, wenn er mitteilt: »Erklärtes Ziel der Nationalen Plattform Elektromobilität ist eine sichere Reichweite von 300 Kilometern mit einer Akkuladung bis 2015.« Dieses Ziel hat er jetzt schon erreicht, vier Jahre zu früh, und die gesamte deutsche Autoindustrie samt Zulieferern steht vor der Blamage. Dafür mussten Hannemann und die Mitarbeiter seiner Firma DBM Energy GmbH einiges aushalten.

Nach einer spektakulären Rekordfahrt von München nach Berlin über 600 Kilometer hagelte es Verdächtigungen und Häme. Im Dezember zerstörte ein Brand die Berliner Halle, in der das Testfahrzeug stand. Besonders das ADAC-Magazin hatte sich mit Betrugsvorwürfen weit vorgewagt. Doch das Wirtschaftsministerium hielt zu seinem Schützling Hannemann und schaltete den technischen Sachverstand von Dekra und der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) ein.

Inzwischen spricht immer mehr für den neuen Wunderakku. Die Prüfungen bei der BAM zur Sicherheit der Akkus gingen »summa cum laude« aus: Vom Gefriertest bis zum Flammenwerfer, vom Kurzschluss zum Crashtest – die Experten zeigten sich »überrascht, dass die Akkumulatoren die Bedingungen so gut erfüllen.« Jetzt wüsste man gern mehr über Langlebigkeit und Kosten des Energiewunders. Doch diese Daten werden weiter geprüft, ohne dass Details nach außen dringen. Alle Techniker, die die Batterie in die Hand nehmen, müssen Geheimhaltungserklärungen unterschreiben.

Wie zeo2 erfuhr, sind die Batterien aber weder größer, noch schwerer als andere Lithium-Batterien und sollen dennoch weiter tragen: »DBM ist einfach zwei Klassen besser.« Keine guten Aussichten für den Ruf von Daimler, VW und Co.

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